Erfolgreiche Salonübernahme: Darauf sollten Sie vor dem Kauf unbedingt achten

Von Zahlen bis Zustand: Unsere Checkliste zeigt Ihnen, welche Faktoren bei der Übernahme eines Beauty-Betriebs wirklich entscheidend sind.

Damit Sie in eine schöne, selbständige Zukunft starten und Sie stattdessen keine schöne Bescherung erleben, haben wir für Sie eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten zusammengestellt.

Was muss ich prüfen, bevor ich die Übernahme fix mache?

Check 1: Rollt der Rubel oder ist alles nur Fassade? – Umsatz und Ertrag prüfen

Zahlen schwarz auf weiß lügen (in der Regel) nicht – doch wie kommt man überhaupt an sie heran? Einzelunternehmen müssen ihre wirtschaftlichen Kennzahlen nicht veröffentlichen, und es gibt auch keine Einsicht ins Handelsregister, wie es bei Kapitalgesellschaften üblich ist.

Dennoch ist es gängige Praxis, insbesondere wenn auf beiden Seiten ernsthaftes Interesse besteht, dass der Verkäufer die relevanten Zahlen offenlegt. Nach der Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung (absolut branchenüblich) werden typischerweise folgende Unterlagen zur Verfügung gestellt:

BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) der letzten 2–3 Jahre

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder Jahresabschluss

Umsatzaufstellung, geordnet nach Monaten

Aufstellung der Fixkosten sowie der variablen Kosten

Personalkostenübersicht

Achtung Falle! Warnsignale vor der Übernahme eines Beauty-Betriebs erkennen

Zahlen lügen selten, sind jedoch keinesfalls automatisch mit der Wahrheit gleichzusetzen. Stark schwankende Umsätze ohne nachvollziehbare Erklärung, hoher Umsatz bei gleichzeitig geringem oder fehlendem Gewinn oder Aussagen wie „Das läuft alles über Mundpropaganda“ sollten hellhörig machen. Trägt die BWA dicker auf als manche Ihrer Kund:innen – oder existiert sie erst gar nicht –, ist Vorsicht geboten.

Lassen Sie in solchen Fällen besser die Finger davon. Mindestens jedoch sollten Sie die Zahlen stets von einem Steuerberater prüfen lassen und mit gängigen Branchenkennzahlen vergleichen. So schaffen Sie eine solide Grundlage für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft.

Der schöne Schein – bei manchen Betrieben werden nicht nur die Kunden frisiert

Bedenken Sie bitte, dass eine Vielzahl positiver Online-Bewertungen nicht automatisch ein Zeichen wirtschaftlicher Rentabilität ist. Auch eine professionell gestaltete Website oder gepflegte Social-Media-Profile lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die tatsächliche Ertragslage zu. Selbst ein prall gefüllter Terminkalender kann darüber hinwegtäuschen, dass sich der Betrieb wirtschaftlich kaum oder gar nicht rechnet. Umso wichtiger ist es, mit der nötigen Sorgfalt vorzugehen und in jedem Fall auf aussagekräftige, nachvollziehbare Zahlen zu bestehen.

Verkäuferin und Käufer sitzen am Tisch und reichen sich lächelnd die Hand nach einem erfolgreichen Abschluss. Die Vertragsdokumente liegen auf dem Tisch ausgebreitet.

Check 2: Die Kundschaft – Sag mir, wer zu dir kommt und ich sage dir, wie tragfähig dein Salon ist

Älterer Herr bezahlt bei freundlicher Mitarbeiterin an der Kasse im Friseursalon

Der Kundenstamm sollte das Herzstück Ihrer Vorab-Analyse darstellen. Denn selbst der schönste Salon und die modernste Ausstattung nützen wenig, wenn keine loyale Kundschaft dahintersteht. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Kunden ein Betrieb hat, sondern vor allem, wie regelmäßig und gerne sie wiederkommen.

Ein erster Eindruck lässt sich häufig über positive Google-Bewertungen gewinnen – sie können ein Hinweis auf Zufriedenheit und Servicequalität sein. Allerdings ersetzen auch sie keine belastbaren Kennzahlen. Aussagekräftiger sind konkrete Daten zur Buchungshäufigkeit, zum Umsatz pro Kunde und zur Zusammensetzung des Kundenstamms.

Auf was sollten Sie bei der Betrachtung des Kundenstammes achten?

Anzahl aktiver Stammkunden

Als aktiv gelten Kunden, die in den letzten 6–12 Monaten mindestens einmal im Salon waren. Richtwert: Je nach Betriebsgröße oft mehrere hundert aktive Kunden; wichtiger als die absolute Zahl ist jedoch die Regelmäßigkeit der Besuche.

Buchungshäufigkeit / Wiederkehrrate

Wie oft kommt ein Kunde im Jahr zurück? Richtwert: Friseursalons: ca. 6–10 Besuche pro Jahr, Kosmetikstudios: häufig 4–8 Termine jährlich. Eine hohe Wiederkehrrate spricht für stabile Umsätze und gute Kundenbindung.

Durchschnittlicher Umsatz pro Kunde

Dieser Wert zeigt, wie wertvoll einzelne Kunden für den Betrieb sind. Richtwert: Stark abhängig vom Angebot, jedoch ein zentraler Hebel für Rentabilität (z. B. durch Zusatzleistungen oder Produktverkäufe).

Neukundenanteil vs. Stammkunden

Ein gesunder Betrieb lebt überwiegend von Stammkunden. Richtwert: Etwa 60–80 % Stammkundenanteil gelten als stabil. Ein sehr hoher Neukundenanteil kann darauf hindeuten, dass Kunden nicht langfristig gebunden werden.

Je stabiler und ausgewogener diese Kennzahlen sind, desto verlässlicher lässt sich der zukünftige Umsatz einschätzen. Ein belastbarer Kundenstamm ist daher oft mehr wert als jede Hochglanz-Website – und ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Salonübernahme.


Check 3: Personal und Organisation: Das Team als tragende Säule des Erfolgs

Junge Mitarbeiterin eines Friseursalons und ihre ebenso junge Kundin schauen freundlich lächelnd in die Kamera. Die Kundin sitzt auf dem Frisierstuhl, hat ein Handtuch um die nassen Haare geschlungen und einen Friseurkittel an.

Direkt nach den Kunden kommen diejenigen, die sie täglich betreuen: das Team. Die Mitarbeiter sind der entscheidende Faktor für Servicequalität, Kundenbindung und letztlich auch für den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs. Entsprechend wichtig ist es, nicht nur auf die Anzahl der Beschäftigten zu schauen, sondern auch auf deren Zufriedenheit, Qualifikation und langfristige Bindung an den Salon.

Ein gut eingespieltes, zufriedenes Team ist oft der größte immaterielle Wert eines Beauty-Betriebs. Umgekehrt können Personalprobleme selbst bei guter Auftragslage schnell zum wirtschaftlichen Risiko werden. Deshalb gilt: Prüfen Sie Teamstruktur und Organisation mindestens genauso sorgfältig wie Umsatz und Ausstattung.

Mitarbeiteranzahl und Beschäftigungsmodelle

Wie viele Mitarbeiter sind im Betrieb tätig und in welchem Umfang (Vollzeit, Teilzeit, Minijob)? Erfahrungswert: Ein ausgewogenes Verhältnis sorgt für Flexibilität, ohne die Planungssicherheit zu verlieren. Ein sehr hoher Anteil an Minijobs kann hingegen auf hohe Fluktuation oder instabile Strukturen hindeuten.

Qualifikationen und Spezialisierungen

Welche fachlichen Kompetenzen sind im Team vorhanden (z. B. Coloration, Extensions, apparative Kosmetik, medizinische Fußpflege)? Erfahrungswert: Betriebe mit klaren Spezialisierungen erzielen häufig höhere Durchschnittsumsätze pro Kunde und sind weniger austauschbar.

Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit

Wie lange sind die Mitarbeiter bereits im Unternehmen? Richtwert: Eine durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von mehr als 3–5 Jahren spricht für ein stabiles Team und eine funktionierende Führung.

Arbeitsverhältnisse und Verträge

Sind alle Arbeitsverträge aktuell und sauber geregelt? Wie lang sind die Kündigungsfristen? Achtung: Sehr kurze Kündigungsfristen erhöhen das Risiko, dass Mitarbeiter nach der Übernahme abspringen.

Gehaltsstruktur und Provisionsmodelle

Wie setzen sich die Gehälter zusammen? Gibt es umsatzabhängige Provisionen oder Bonusregelungen? Transparente und marktübliche Vergütungsmodelle fördern Motivation – überdurchschnittlich hohe Provisionen können jedoch die Rentabilität belasten.

Urlaubs-, Krankheits- und Überstundenregelungen

Sind klare Regelungen vorhanden oder stauen sich Überstunden und Resturlaub an? Hinweis: Ungeregelte Überstunden sind häufig ein Zeichen für organisatorische Schwächen.

Abhängigkeiten und Schlüsselpersonen

Ist der Umsatz stark an den bisherigen Inhaber gebunden oder auf einzelne Mitarbeiter konzentriert? Gibt es Schlüsselmitarbeiter mit besonders engem Kundenkontakt? Risiko: Kündigt eine solche Person nach der Übernahme, kann dies spürbare Umsatzeinbußen nach sich ziehen.

Check 4: Zustandscheck vor Ort – wer andere schön machen will, muss selbst gepflegt sein

Kleiner Schrank mit Schiebefächern aus dem Inventar eines Friseursalons, oben auf liegen Haarbürsten sowie Cremes und eine Sprühflasche

Um eine gründliche Bestandsaufnahme des Inventars und die Prüfung des Ladenlokals auf bauliche oder technische Mängel kommen Sie nicht herum. Schließlich wird der Salon nach der Übernahme Ihr Lebens- und Arbeitsmittelpunkt – und für Ihre Kunden ein Ort, an dem sie sich wohlfühlen und den sie gerne wiedererkennen möchten. Achten Sie daher besonders auf folgende Punkte:

Allgemeiner Zustand des Salons

Gibt es sichtbaren Renovierungsbedarf? Kleinere Schönheitsreparaturen sind normal – umfangreiche Sanierungen sollten sich jedoch im Kaufpreis widerspiegeln.

Barrierefreiheit

Ist der Salon für mobilitätseingeschränkte Personen zugänglich? Kein Muss, aber ein klarer Wettbewerbsvorteil – insbesondere in städtischen Lagen und bei älterer Zielgruppe.

Zustand und Alter der Ausstattung

Wie alt sind Stühle, Waschplätze, Geräte und Technik? Richtwert: Ausstattung älter als 7–10 Jahre bedeutet oft mittelfristigen Investitionsbedarf.

Kassensystem & GoBD-Konformität

Wird ein gesetzeskonformes Kassensystem (z. B. TiM.POS) genutzt? Fehlende GoBD-Konformität kann teuer werden – hier besteht sofortiger Handlungsbedarf.

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Hygienevorschriften

Werden gesetzliche Vorgaben dokumentiert und eingehalten? Saubere Prozesse, klare Pläne und nachvollziehbare Dokumentation sollten Standard sein.

Behördliche Auflagen

Gibt es bestehende oder drohende Auflagen? Offene Auflagen gehen mit dem Betrieb auf Sie über – unbedingt vorab klären.


Check 5: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort? – Marktumfeld und Standort realistisch bewerten

Nahaufnahme eines kleinen Holzeimers mit Friseur-Utensilien darin wie Kämme, Pinsel etc.

Sie können den bestgeführten Salon übernehmen – wenn Standort, Zielgruppe und Wettbewerb nicht zusammenpassen, wird es schwierig, dauerhaft erfolgreich zu bleiben. Umso wichtiger ist ein realistischer Blick auf das Marktumfeld:

Wettbewerb im direkten Umfeld

Wie viele vergleichbare Salons gibt es in der Nähe?Zu viel direkte Konkurrenz im gleichen Preissegment erhöht den Preisdruck.

Abgrenzung vom Wettbewerb

Wodurch unterscheidet sich Ihr Salon? „Guter Service“ allein reicht nicht – Spezialisierung ist entscheidend.

Erreichbarkeit & Parkmöglichkeiten

Gibt es Parkplätze oder eine gute ÖPNV-Anbindung?Schlechte Erreichbarkeit kostet nachweislich Stammkunden.

Entwicklung des Standorts

Wie entwickelt sich das Viertel?Bedenken Sie Folgendes: Baustellen, Leerstand oder Abwanderung sind Warnsignale – Aufwertung ein Pluspunkt.

Mietvertrag & Perspektive

Laufzeit, Verlängerungsoptionen, Mietentwicklung?Richtwert: Mindestens 5 Jahre Planungssicherheit sind empfehlenswert.


Check 6: Rechtliche Fragen – auch auf dem Papier sauber aufgestellt

Neben Zahlen und Standort darf die rechtliche Seite keinesfalls unterschätzt werden. Hier geht es darum, Risiken zu minimieren und Klarheit zu schaffen:

Bestehende Vertragsverhältnisse

Miete, Leasing, Lieferanten, Wartungsverträge? Prüfen Sie genau, welche Verträge übernommen werden müssen – und welche nicht.

Marke & Außenauftritt

Soll der Name übernommen werden und ist das rechtlich möglich? Vorteil: Eine etablierte Marke kann wertvoll sein – rechtlich sauber übertragen ist Pflicht.

Wettbewerbsverbot des Verkäufers

Ist ein Wettbewerbsverbot vereinbart? Eine Übernahme macht wenig Sinn, wenn der Verkäufer als direkter Konkurrent in der Nachbarschaft durchstartet. Ohne Wettbewerbsverbot besteht die Gefahr, dass der Verkäufer Ihre Kunden abwirbt.

Holztisch mit einem Vertragsdokument darauf. Zwei Menschen mit dem Rücken zur Kamera schauen darauf und einer deutet mit dem Finger auf einen Absatz.

Bonus-Check: Ihre persönlichen & strategischen Fragen – ehrlich zu sich selbst sein

Bei aller Analyse wird oft das Wichtigste vergessen: Sie selbst. Die Übernahme eines Beauty-Betriebs ist kein reines Zahlenprojekt, sondern eine Lebensentscheidung.

Work-Life-Balance

Ist der Betrieb mit Ihrem gewünschten Lebensstil vereinbar? Tacheles: Wenn Sie dauerhaft 60 Stunden arbeiten müssen, stimmt das Modell nicht.

Skalierungsmöglichkeiten

Gibt es Wachstumspotenzial (z. B. zweiter Standort, Zusatzleistungen)? Wachstum sollte möglich, aber nicht zwingend erforderlich sein.

Eigenes Einkommen & Rücklagen

Reicht der Gewinn für Gehalt, Rücklagen und Investitionen? Tacheles: Ihr Unternehmerlohn muss realistisch einkalkuliert sein.

Passung zur eigenen Vision

Entspricht das Konzept Ihren Werten und Zielen? Wer sich verbiegen muss, hält selten langfristig durch.

Junge, attraktive Frau mit professionellem Make-up, verloren in positiven Gedanken in ihrem ersten eigenen Beauty-Salon.

Unser Fazit: Wer bei der Salonübernahme gründlich prüft, kommt seinem Traum deutlich näher

Die Übernahme eines Beauty-Betriebs ist für viele Selbstständige ein großer Schritt – und zugleich eine große Chance. Wer strukturiert prüft, realistisch kalkuliert und nichts beschönigt, reduziert Risiken erheblich. Unsere Checkliste hilft dabei, typische Fallstricke zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen – damit aus Ihrer Vision ein nachhaltig erfolgreicher Betrieb wird.

Blick nach vorn: Flexibel, zuverlässig und perfekt für die Beauty-Branche – TiM.POS

Eine Übernahme bedeutet immer auch, den Blick in die Zukunft zu richten. Entsprechen die vorhandenen Kassensysteme und ERP-Tools wirklich Ihren Anforderungen? Falls nicht, lohnt sich ein Blick auf TiM.POS. Die speziell für die Beauty-Branche entwickelte Kassensoftware unterstützt Sie dabei, Prozesse zu optimieren, rechtssicher zu arbeiten und Ihr Geschäft nachhaltig weiterzuentwickeln.

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